
Am Wochenende vom 22.03.. – 23.03. kam es zu den entscheidenden Runden 9 und 10 in denen wir gegen Wiesbaden, aktuell Tabellenzweiter und Eppstein, Abstiegskonkurrent und vor der Runde hinter uns auf dem 9. Platz.
Klar war, es müssen Punkte her – gewinnen wir beide Runden, sind wir gerettet.
Beginnen wir mit dem Samstag:
Gegen Wiesbaden sahen wir unsere Chancen doch eher gering, spielen sie doch mit einer starken Mannschaft, angeführt von Igor Khenkin (GM mit ELO 2503) ergänzt um den sich enorm stark entwickelnden 13-jährigen Christian Glöckler (FM 2387 – IM Normen alle erfüllt – Performance insgesamt 2625!) und weiteren, auf dem Papier klar besseren Spielern.
Unsere Mannschaft muss ersatzgeschwächt antreten, da Heiko und Peter, sowie Michael und Steve, wie jedes Jahr in Bad Wörishofen „ihr“ Open mitspielen.
Als Ersatz kommen Michael Anton sowie „Joshi“ Firus zum Einsatz, der sich dadurch in der ersten „festspielt“ und somit für die zweite Mannschaft zukünftig ausfällt.
So kommt es zu folgenden Begegnungen:

Wie man sieht gewinnt Brett 5 gegen mich kampflos, da ich im Stau im, auf eine Spur gesperrten Mönchhofdreieck feststecke und erst ausserhalb der Karenzzeit (30 min) in Gernsheim um 14:41 aufschlage – frei nach dem Motto „Hast du scheisse am Schuh, hast du Scheisse am Schuh“

fängt dieser Kampf dann symptomatisch für diese Saison sagen wir „bescheiden“ an.
Als ich ankomme haben Sergey und Georg bereits remisiert, Michael Wrede steht jedoch ordentlich, ein französisches Qualitätsopfer auf f3 garantiert ihm gutes Spiel und zwei Bauern, beim Rest ist es noch offen, jedoch sind bereits positionelle Nachteile an 7 und 8 erkennbar.
Später trennen sich dann Paulus und Michael ebenfalls remis, beide hatten zwischenzeitlich mikroskopische Vorteile, jedoch nicht ausreichend um auf Gewinn zu spielen, bei Michael und Joshi nutzen die Gegner ihre Vorteile und an eins verliert Vitaly doch eher überraschend gegen Glöckler, der eine starke Partie spielt
– somit ein deutliches 6:2 gegen uns und der Sonntag muss alles entscheiden.












Gegen Eppstein spielen wir in folgender Aufstellung:

Die Eppsteiner spielen in Bestbesetzung, so dass auf Grund der Papierlage kein Favorit erkennbar ist. Für dieses Wochenende haben sie erstmalig Irina Bulmaga (IM 2362) eingeflogen, der Mannschaftskampf erscheint offen…
Ich schaffe es tatsächlich pünktlich zum Spielort und los gehts. Bei meinem ersten Rundgang sehe ich leider, dass Babak nach einem mutigen Bauernopfer Druck hat, jedoch dann eine Figur einstellt und danach relativ sang und klanglos die Segel streichen muss.
Auch Joshi steht eher gedrückt. Paulus hat eine meiner Ansicht nach schwierige Stellung im QGA, aber er kennt sich aus und steht ordentlich. Bei Michael sehe ich eine Art Stonewall mit Weiss und kurz darauf die Meldung remis.
Georg spielt mit Weiss gegen Grünfeld und hat eine vielversprechende Stellung, Sergey hat einen dynamische Isolani auf d4, steht auch gut und bei Vitaly braut sich auf der offenen g-Linie ein Angriff für ihn zusammen.
Ich gehe also zurück zu meinem Brett, wo ich nach merkwürdiger Eröffnung einen Bauern gewinne und gedenke den zu behalten und zum Gewinn zu nutzen. Ich bleibe dann erst mal „sitzen“ da WGM Doluhanova es mir dann doch nicht so einfach macht.
Das nächste was ich mitbekomme ist, dass Paulus und Georg remisieren und Vitaly wohl den Gewinn auslässt und später aufgeben muss. Bei Joshi sichert sich der Gegner in leicht besserer Stellung ein Remis, da er in blockierter Stellung die Züge wiederholt.
Ich bin frustriert spiele jedoch weiter und kann gewinnen.
Damit stand es denkbar knapp 3,5 : 4,5 und wir sind abgestiegen.
Ich bin sehr traurig und hoffe darauf im nächsten Jahr eventuell den Wiederaufstieg begleiten zu können.
Parallel zu unserem Drama, spielt sich ein noch grösseres bei Gernsheim ab, sie scheitern mit einem Brettpunkt und steigen mit uns ab – so weit hätte die traditionelle Reisgemeinschaft nicht gehen müssen. Diese Saison endet für beide Teams dramatisch – jetzt müssen die Wunden geleckt werden und wir müssen schauen wie es weiter gehen kann.





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